Erfahrungsbericht 2: Sprachreise nach Salamanca

Im vergangenen Frühling reiste Carsten C. nach Salamanca, um dort an unserer Partnerschule einen 2-wöchigen Spanischkurs zu absolvieren. Im folgenden Beitrag berichtet er von seinem Aufenthalt in der bekannten Universitätsstadt:

Nachdem ich in den Vorjahren in verschiedenen Englisch- und Französischsprachschulen meinen alljährlichen Sprachurlaub genommen habe, entschied ich mich im Frühjahr 2014 dafür, einmal meine sehr geringfügigen nur aus einem Unisemester bestehenden Spanischkenntnisse für 2 Wochen aufzubessern. Welche Stadt sollte dafür besser anbieten als Salamanca?

Nur eine dreistündige Zugreise liegt das „Heidelberg Spaniens“ von Madrid entfernt, einen Ort an dem es sehr viel akademische und theologische Geschichte zu entdecken geben würde, mit der dritt ältesten Universität Europas, wo angeblich heute das beste Kastilisch gesprochen wird.

Das Wochenende vor dem Beginn des Sprachkurses nutzte ich noch, um Madrid kennenzulernen. Mir hat bereits Madrid schon gut gefallen, obwohl schon Ferienzeit war, empfand ich die Sehenswürdigkeiten und Straßen nicht mit Touristen „verstopft“, wie man es aus anderen europäischen Metropolen fast ständig kennt und es gibt viel in Madrid zu entdecken ….

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Meine Anreise von Madrid nach Salamanca hatte ich für den Sonntagabend eigentlich mit dem Bus geplant, dabei hatte ich von der häufigen Frequenz der Busabfahrten auf die Flexibilität bei dem Ticketkauf geschlossen, ein dummer Fehler: Am Busterminal  sagte man mir, dass die nächsten 3 Busse alle ausverkauft wären, also ging es für mich einmal quer durch die Stadt zum Bahnhof Charmatin, um in einen erstaunlich leeren Nahverkehrszug einzusteigen. Meiner Gastfamilie war dann aber zu wegen eines Missverständnisses zu früh beim Bahnhof in Salamanca, so wurde ich dann von einem sehr netten älteren Herrn mit einem schicken Mercedes abgeholt. Nur unterhalten konnten wir uns trotz besten Bemühens leider nicht. Erst später erfuhr ich, dass es sich dabei  um den Chef von Lingua Globe, der Sprachschule, handelte.

Meine Gastfamilie wohnte angenehm zentral. Die Altstadt war in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen, bis zur Sprachschule war es dann eher gute 15 Minuten, so dass ich die nächsten 2 Wochen fast komplett auf Nahverkehrsmittel verzichten konnte. Mit meiner „Gastmutter“ verstand ich mich auf Anhieb sehr gut, mit ihr konnte ich mich erst einmal auf Französisch plaudern, bis ich so halbwegs meinen Einstieg ins Spanische bekam. Etwas verwirrend war für mich nur, dass in der Familie parallel 4 Sprachschüler untergebracht waren, während Vater und Sohn eigentlich nur zu den Mahlzeiten zu sehen waren…

Am Montagmorgen gab es dann den Einstufungstest in der Sprachschule, völlig überraschend war es für mich, dass ich nicht als absoluter Anfänger eingestuft wurde, sondern bereits ein Niveau höher,  dafür reichte mein Semester an der Uni vor vielen Jahren.  Ich hatte Minigruppe gebucht, aber  am Vormittag war ich nur zusammen mit einer Amerikanerin im Kurs, da gab es dann Grammatik und Konversation. Mein absolutes Highlight war aber der Unterricht am Nachmittag, hier hatte ich einen sehr guten Lehrer, Miguel-Angel, mit welchem ich mich die nächsten beiden Wochen durch spanische Kultur und Geschichte arbeiten konnte. Er hatte vor langer Zeit einmal in Deutschland über deutsche Literatur promoviert, und so konnte er mir hin und wieder bei Übersetzungsschwierigkeiten aushelfen, aber auch hier lief 95% des Unterrichts auf Spanisch.  Kaum einer der Spanischlehrer konnte auch nur ein halbwegs passables Englisch, dafür ist aber der Lernfortschritt vorprogrammiert.

Nach nur 2 Wochen konnte ich mich zumindest mich mit meinen Lehrern auf Spanisch schon gut austauschen, im Alltag ist das natürlich etwas schwieriger.  Nach oder auch während des Unterrichts gab es immer wieder zusätzliche Unternehmungen, die wöchentliche klassische Tapastour und am ersten Tag eine Vorstellung der Stadt Salamanca, wir waren im Museum für Moderne Kunst (DA2), im Casa Lis oder auch auf dem täglichen Markt, um einen Blick auf die lokalen Spezialitäten zu werfen. Langweile kam bestimmt keine auf. Neben dem sehr persönlichen Unterricht ist auch die vorbildliche moderne Ausstattung der Schule zu loben.

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dialog_blog_cc_erfahrungsbericht_spanischkurs_salamancaNachdem Unterricht habe ich das quirlige Leben der Stadt genossen, besonders gefallen hat mir die Treppe der philologischen Fakultät. Hier gab es abends die letzten Sonnenstrahlen, umgeben von Studis, welche hier gelesen, geplaudert oder auch Musik gemacht haben. Spätestens dann weiß man, warum die Salamanca auch die „goldene Stadt“ genannt wird, denn in der Abenddämmerung  leuchtet der hier verbaute Sandstein wie golden.

Anschließend bin ich dann durch die Tapas-Bars gezogen, gerne auch alleine, aber das hat mich nicht gestört, denn das Leben auf der Straße war mir eigentlich Unterhaltung genug. Im Gegensatz zu anderen touristisch geprägten Orten, gibt sich hier eine gesunde Mischung aus Einheimischen, vor allem Studenten und „klassischen Touris“. Die Dichte der  Bars ist selbst für spanische Verhältnisse noch erstaunlich hoch.  Als Tipp würde ich das Café Atelier (Calle Serranos) nennen, klein, eher unauffällig und studentisch, hier gibt es vegetarische und vegane Tapas, zu fairen Preisen und einen vorbildlichen Service. Außerdem kommt man dort auch schnell ins Gespräch.

Natürlich trinkt man (selbstverständlich zu einem anderen Preisniveau) auch ein Bierchen oder Wein auf dem Plaza Mayor. Die Bewohner von Madrid und Salamanca streiten sich bis zu dem heutigen Tage darüber, in welchen der beiden Städte der Plaza Mayor nun schöner ist…

Für ein freies Wochenende bietet sich ein Mietwagen an, es gibt noch so einige spannendes in der Umgebung von Salamanca zu entdecken, bspw. Avila  mit seinen gigantischen Stadtmauern oder die Berge rund um La Alberca, hier ist Mogarraz ein Geheimtipp, völlig untouristisch, aber sehr ungewöhnlich oder in die andere Richtung nach Valladolid…. Oder man fährt bis nach Portugal an die Atlantikküste, auch das ist machbar.


Vielen Dank für das Feedback, Carsten!

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